Nachwuchsforschende treiben den Wandel hin zu einer KI-zentrierten Forschung voran

Berlin | London | New York, 20. Juli 2026

Eine neue weltweite Studie1 von Springer Nature zeigt, dass Künstliche Intelligenz zunehmend bereits in den frühen Phasen des Forschungsprozesses eingesetzt wird und damit verändert, wie Forschende Informationen finden, bewerten und priorisieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere Nachwuchsforschende KI zunehmend zum Ausgangspunkt ihrer Recherche- und Informationsarbeit machen.

Grundlage der Untersuchung „The State of AI Use Among Researchers“ sind mehr als 10.400 qualifizierte Antworten von Forschenden aus 117 Ländern und 12 Fachgebieten. Fast die Hälfte der Befragten nutzt KI regelmäßig für die Informationssuche sowie für die Überarbeitung und Verbesserung wissenschaftlicher Manuskripte. Deutlich seltener wird KI bei Aufgaben eingesetzt, die fachliches Urteil und Verantwortung erfordern – etwa bei der Begutachtung wissenschaftlicher Arbeiten oder bei Publikationsentscheidungen.

Besonders ausgeprägt ist die Nutzung bei Forschenden am Beginn ihrer Laufbahn. Rund 48 % der Nachwuchsforschenden2 geben an, KI häufig für die Informationssuche oder die Überarbeitung wissenschaftlicher Arbeiten einzusetzen. Bei Forschenden mit langjähriger Erfahrung liegt dieser Anteil bei etwa einem Drittel. Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, wie sich wissenschaftliche Arbeitsweisen künftig verändern könnten  und welche Rolle Verlage dabei spielen können, Forschende beim verantwortungsvollen und effektiven Einsatz von KI zu unterstützen.

Die aktuelle Studie wurde gemeinsam mit der Fudan University und der Shanghai Academy of AI for Science erstellt. Sie liefert Einblicke in die Einstellungen und Erfahrungen von Forschenden auf der ganzen Welt im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Die Ergebnisse zeichnen ein aktuelles Bild davon, wie sich die Nutzung von KI in der Forschung entwickelt und wie sich ihre Rolle im Forschungsalltag verändert.

Weitere zentrale Ergebnisse:

  • Allgemeine KI-Modelle dominieren: 75,9 % aller Nennungen entfallen auf allgemeine KI-Modelle. Spezialisierte Schreib-, Editier- oder Literaturrecherche-Tools spielen bislang eine deutlich geringere Rolle.
  • Institutionelle Unterstützung bleibt die Ausnahme: Nur 11 % der Befragten erhalten eine Finanzierung ihrer wichtigsten KI-Anwendung durch ihre Institution. Die meisten nutzen kostenlose Angebote oder bezahlen die Werkzeuge selbst.
  • KI überzeugt bei der Literaturrecherche – Vertrauen bleibt jedoch eine Herausforderung: Knapp zwei Drittel der Befragten zeigen sich mit KI bei der Suche nach wissenschaftlicher Literatur zufrieden. Gleichzeitig bestehen weiterhin Zweifel an der Genauigkeit und Zuverlässigkeit von KI-generierten Empfehlungen. Dies unterstreicht die Bedeutung vertrauenswürdiger Inhalte und speziell für die Forschung entwickelter KI-Werkzeuge.

Saskia Steinacker, Chief Product Officer bei Springer Nature, sagte:

„Zu verstehen, wie Forschende KI nutzen, ist entscheidend, damit ihre Weiterentwicklung weiterhin von den Bedürfnissen der Forschungsgemeinschaft geleitet wird. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern und den engen Austausch mit Forschenden können wir Werkzeuge entwickeln, die dort den größten Mehrwert bieten, wo sie am wirksamsten unterstützen. Die Ergebnisse zeigen den Wert von KI bei der Recherche und im Umgang mit komplexen Informationen, unterstreichen aber zugleich die Bedeutung von Vertrauen, Transparenz und Überprüfbarkeit.“

„Bei Springer Nature konzentrieren wir uns darauf, KI-Lösungen zu entwickeln, die Forschenden effizienteres Arbeiten ermöglichen und den Zugang zu vertrauenswürdigen Inhalten verbessern – ohne dabei die Qualität, Integrität und Verantwortung zu gefährden, auf denen Forschung beruht.“

Die Studie ist Teil des umfassenderen Ansatzes von Springer Nature, die Bedürfnisse der Forschungsgemeinschaft zu verstehen und darauf zu reagieren. Das Unternehmen berichtet regelmäßig über seine KI-Strategie, Investitionen und Entwicklungen und stellt Forschenden über seinen AI Hub weitere Informationen und Orientierungshilfen zur Verfügung. Weitere Informationen finden sich außerdem im Geschäftsbericht und im Media Centre von Springer Nature.

Fußnoten

1 Die globalen Daten stammen aus der Springer-Nature-Umfrage „The State of AI Use Among Researchers“, die im März 2026 durchgeführt wurde. Die Befragung umfasste 10.480 qualifizierte Antworten von Forschenden aus 117 Ländern bzw. Volkswirtschaften und 12 Fachdisziplinen.
2 Definiert als Forschende mit weniger als drei Jahren Forschungserfahrung beziehungsweise Forschende mit 20 oder mehr Jahren Forschungserfahrung.

Über Springer Nature 

Springer Nature ist einer der weltweit führenden Wissenschaftsverlage. Wir veröffentlichen eine der umfangreichsten Sammlungen an Zeitschriften und Büchern und setzen uns dafür ein, Forschungsergebnisse für alle frei verfügbar zu machen. Mit unseren führenden Marken, auf die seit über 180 Jahren Verlass ist, bieten wir technologiegestützte Produkte, Plattformen und Dienstleistungen an. So helfen wir Forschenden, neue Ideen zu entwickeln und ihre Entdeckungen zu teilen, unterstützen Gesundheitsfachkräfte dabei, auf dem neuesten Stand der medizinischen Forschung zu bleiben, und helfen Lehrenden, ihren Unterricht weiterzuentwickeln. Wir sind stolz darauf, den Fortschritt mitzugestalten. Gemeinsam mit der globalen Forschungsgemeinschaft arbeiten wir daran, Wissen zu teilen und die Welt, in der wir leben, besser zu verstehen. Weitere Informationen finden Sie auf about.springernature.com und @SpringerNature

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